Alle Welt regt sich über die neue Google-Suche auf. Ich mich auch. Zumindest ein bisschen. Die Suchergebnisse wurden doch in den letzten Jahren ohnehin - mehr oder weniger heimlich - mehr und mehr per Cookies personalisiert und gefiltert. Ergebnis ist ein individualisiertes Suchergebnis, das sich am Surfverhalten ausrichtet. Man muss schon ziemlich blind sein, um das nicht bemerkt zu haben. Und vor allem gibt es doch Möglichkeiten, diese personalisierte Suche zu umgehen. Einfach ein Tab im privaten Modus öffnen und damit suchen. Oder - was ich bis vor Kurzem auch nicht wusste - man schaltet den Länderindex aus, indem man über google.com/ncr sucht.
Einzig ein bisschen schade ist es, dass Google diese Individualisierung der Suche deutlich verstärken wird. In den USA kann man z.B. schon die Suche mit Google+ verknüpfen, so dass alles was ich gut finde, poste oder teile in die Suchergebnisse mit einfliesst. So eine Suchanfrage lebt doch meistens - zumindest bei mir - davon, dass man über den Tellerrand hinausschauen und den Horizont erweitern möchte. Wenn ich nach Veronica Moser suche (den Link habt ihr alle sicherlich noch gespeichert), möchte ich nicht als erstes Suchergebnis ihr Google+ Profil finden.
Facebook-Verhältnisse bei der Google-Suche. Ich glaube nicht, dass ich das gut finde. Aber es gibt zum Glück kurzfristige Lösungen, wie z.B. die Suchmaschinen Blekko oder DuckDuckGo. Und langfristig wird Google sich sicherlich eine andere Strategie einfallen lassen müssen.
Nachtrag: Google sorgt allerdings auch für Verbesserungen: Webseiten auf denen im oberen Drittel nur Werbeanzeigen zu finden sind und auf denen ein Nutzer sich erst von oben nach unten durchscrollen muss, bis er den eigentlichen Content erreicht, werden es zukünftig schwieriger haben.